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Der Dachverband - Interviews

Ein Druide im Taunus

Familienvater Heilpraktiker Musiker und Event KĂŒnstler Volkert Volkmann
Uer Druis Comardiia Druuidiacta Keltia

Ein Artikel von Claus Wolfschlag

Bei vielen Menschen ist in Vergessenheit geraten, dass es auch lange vor dem Aufkommen des Christentums vor etwa 2000 Jahren eine – „heidnische“ - religiöse Tradition in Europa gab. Diese zeigte sich sehr vielgestaltig, reichte von den Apollo-Tempeln des antiken Rom bis zu den heiligen Hainen der germanischen WĂ€lder. Lange nur in Nischen abgedrĂ€ngt, erfahren naturreligiöse Gruppen seit einigen Jahrzehnten wieder kleinen, aber konstanten Zulauf. Volkert Volkmann ist jemand der Asatru oder Naturreligion -wie der vorchristliche Urglaube Europas auch genannt wird, aktiv lebt. Als Druide, Baumpflanzer, Musiker, Heilpraktiker, Meditationslehrer, KampfkĂŒnstler und Leiter eines naturreligiösen Kreises.
 

Ein Druide im Taunus


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Ein Druide im Taunus

Als Vater von zwei Söhnen und einer Tochter lebt Volkmann seit den 90er Jahren in dem kleinen Haus im hintersten Taunus, dessen RĂ€ume nach frischen Öl-Essenzen duften. Der 51-jĂ€hrige mit langem Haar wirkt fĂŒr sein Alter immer noch erstaunlich frisch und offen, lĂ€chelt stets fröhlich, wenn er GĂ€ste empfĂ€ngt und nach ihren GetrĂ€nkewĂŒnschen fragt.

Er wurde 1957 geboren. Nach dem Abitur studierte Volkmann Biologie, informierte sich daneben in den FĂ€chern Philosophie und Psychologie. „Dann wurde ich wĂ€hrend des Studiums krank, hatte eine schlimme Allergie“, blickt er zurĂŒck. „Die Heilung erfolgte, nachdem mir viele Ärzte nicht helfen konnten, ĂŒber die Naturheilkunde.“ Nach diesem Erlebnis war es ihm klar, dass er in dieser Richtung weiterarbeiten wollte. Schon der Großvater hatte mit KrĂ€uterrezepten hantiert und Volkmann die Achtung vor der Natur gelehrt – eine Tradition, die nur aufgegriffen gehörte. „Seit 26 Jahren bin ich nun Heilpraktiker“, bekennt er zufrieden. Und in seinem „Hexenkeller“ stehen mittlerweile zahlreiche GlĂ€ser mit unterschiedlichsten KrĂ€utern, Rinden, Harzen und Duftstoffen.

Bald gesellte sich auch Interesse fĂŒr Meditation zu Volkmanns AktivitĂ€ten. Er reiste nach Indien, Afrika, SĂŒdamerika, und er nahm zahlreiche Erfahrungen von dort mit. „Das bestĂ€rkte bei mir zum einen das GefĂŒhl, ein WeltenbĂŒrger zu sein, zum anderen fĂŒhrte es aber auch zur Besinnung auf meine eigenen kulturellen Wurzeln, auf die europĂ€ische Philosophie, Denkweise und Religion. Und das fĂŒhrte auch zur Hinwendung an unsere vorchristliche Herkunft, zu Druiden, Kelten und Germanen, die unser Leben bis heute nachhaltig geprĂ€gt haben - Sei es zum Beispiel hinsichtlich der Gleichwertigkeit der Frau oder unserem VerstĂ€ndnis von Demokratie aus dem germanischen Thing-Recht. Naturreligionen findet man natĂŒrlich auch außerhalb Europas, bei den Schamanen in Sibirien oder bei den Indianern etwa. Die machen etwas Ă€hnliches wie wir, aber die Ergebnisse sind dann doch immer orts- und kulturspezifisch unterschiedlich. Wichtig ist also die konkrete Situation.“


BegĂŒnstigt wurde dieser Prozess durch die familiĂ€re PrĂ€gung. Die Großmutter sei bereits spirituell gebildet gewesen, bekennt er, und das nicht im christlichen Sinn: „Sie beeinflusste mich durch das ErzĂ€hlen ihrer Geschichten, förderte mein Staunen ĂŒber die Natur.“

1979 ging Volkmann nach Schottland und erhielt dort eine  naturreligiöse Weihe und die Erlaubnis, sein Wissen als Lehrender weitergeben zu dĂŒrfen. Nachdem er 1982 seine Praxis als Heilpraktiker in Frankfurt eröffnet hatte, erlangte er im selben Jahr in dem neopaganischen Wicca-Kult die höchste Einweihung (Masters Degree) und gelangte auch in Kontakt zu einer traditionellen Druidengruppe in der Bretagne. 1983 grĂŒndete Volkmann mit Gleichgesinnten den „Verein fĂŒr Urgestaltung“, der sich bald in „Yggdrasil-Kreis“, nach der germanischen Weltenesche, auf der die Welt ruhe, umbenannte. Die sich dort bildende Gemeinschaft wurde zur Kerngruppe der folgenden AktivitĂ€ten.

„Die BeschĂ€ftigung mit Naturreligion schafft auch ökologische und geistige Grundlagen, die fort von unserer konsumgehetzten Zeit fĂŒhren. Es geht hierbei um zeitlose Weisheiten“, erlĂ€utert Volkmann. Diese spirituelle Suche beherzigt er stets auch in seiner Lebenspraxis, die sich daran orientiert, möglichst wenige Sachen aus dem Ausland zu konsumieren, sich statt dessen auf Einheimisches zu konzentrieren: „Wenn du weißt, dass die Dinge auf der Erde miteinander verbunden sind, kĂŒmmerst du dich um gutes Essen und gehst nicht zu `Mac DonaldsÂŽ. Ich muss auch kein Obst aus Australien oder SĂŒdamerika importieren, wenn ich hier vor Ort ebenso gutes finde.“

Volkmann sieht seinen Kreis fern von falschem Geschichtskult und Fun-Gesellschaft: „Wir sind keine bierernsten Germanennostalgiker mit Hörnern auf dem Kopf, betreiben aber auch keine pure Mittelalter-Spaßgeschichte. Uns geht es um die Auseinandersetzung mit unserer eigenen Kultur, um die Verbindung der Geschichte mit unserem heutigen Sein. Dazu gehört auch die Frage: Was ist Religion?“

Naturreligion wird dabei teils im Widerspruch zu den großen Offenbarungsreligionen gesehen, sei es des Christentums, des Islam oder des Buddhismus. Der Glaube wird allerdings nicht als feste Lehrmeinung aufgefasst, die zu einem höheren, außerhalb des irdischen Lebens stehenden Kosmos fĂŒhren soll, sondern er ist als Bestandteil direkt im Leben verwurzelt. Nicht Äußerungen von Propheten, keine heiligen Schriften stehen im Mittelpunkt dieser alten Religion Europas, sondern nur die eigene Erfahrung. „Einst war dieses Denken von Religion als direkter Erfahrung eine SelbstverstĂ€ndlichkeit“, erklĂ€rt Volkmann. Einen Missionsauftrag verfolge man selber nicht, auch gebe es keine Priesterschaft, die von ihrem religiösen Auftrag beruflich lebe. Vielmehr entwickele sich der Zugang zur Naturreligion ĂŒber die direkte Erfahrung. „Wir sind alle Kinder der Göttinnen und Götter, und jeder kann sich in den Zustand der Göttlichkeit hineinentwickeln, in dem er direkten Kontakt zu ihr herstellt.“ Dies geschehe hier aber nicht durch eine devote Haltung, sondern durch die aktive Übernahme eigener Verantwortung fĂŒr die Schöpfung. Man verbeuge sich nicht vor dem Göttlichen, sondern zeige seinen Respekt vor den KrĂ€ften und UrgesetzmĂ€ĂŸigkeiten, die schon lange vor uns Menschen existierten, durch respektvollen Umgang mit der Natur. Durch Tanz, Gesang und Lebensfreude.
 

Ein Druide im Taunus


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In der traditionellen Religion fĂŒhlt man sich allem Leben verbunden, den Pflanzen, den Tieren, wie den Menschen. „Wir glauben an die Beseeltheit der gesamten Natur“, wird programmatisch verlautbart. Volkmanns Kreis vergegenwĂ€rtigt sich dies in Jahreskreisfesten, zum Beispiel die Sonnwenden. Es wird gemeinsam gesungen, getanzt. Es werden Rituale, Vollmondwanderungen, Gabhar Teine-FeuerlĂ€ufe und Initiationshandlungen fĂŒr die jĂŒngeren und Ă€lteren Mitglieder der Gemeinschaft abgehalten. „Viele Teilnehmer sind sehr interessiert und auch beeindruckt von unseren Feiern. Meine Tochter redet heute noch ĂŒber ihr `Fest der ersten FrĂŒchteÂŽan der Druidenquelle von Barenton, das zum siebten Lebensjahr gefeiert wird und mit dem ihre erste eigene Verantwortung fĂŒr sich selbst und ihre Taten, rituell bestĂ€tigt wird. Die Übergangsrituale dienen der Verarbeitung von neuen Lebensabschnitten, von der Geburt ĂŒber die Eheleite bis zur Totenleite, letzteres bevorzugt im Friedwald.“

Zahlreich sind dabei die von Volkmann angestoßenen Initiativen. Es gab Performance-Auftritte mit Masken im Frankfurter „Avalon Haus“ und der Frankfurter „Brotfabrik“. Es wurde die kleine Zeitschrift „Abraxas“ ins Leben gerufen. Ab 1990 wurden von Volkmann sieben CDs mit meist keltisch orientierten Musikvertonungen und MeditationsklĂ€ngen und Runengesang herausgebracht. Es folgten zahlreiche Auftritte in Radio und Fernsehen, unter anderem bei Roger Willemsen und JĂŒrgen Fliege.

Seit 1994 fĂŒhrt Volkmann mit seinem Kreis auch regelmĂ€ĂŸig Baumpflanzaktionen im Taunus durch. Um Monokulturen aufzulockern, werden kleine Mischwaldgebiete mit zahlreichen alten LaubbĂ€umen angelegt: Linden, Ulmen, Eiben – pro Aktion etwa 40 bis 70 BĂ€ume. Die ForstĂ€mter unterstĂŒtzen die Pflanzungen mit keltischer Harfenmusik und Gedichten. Sie sparen dadurch eigene Pflanzer und können mehr Geld fĂŒr hochwertige BĂ€ume ausgeben, die wir dann pflanzen. „Drei Hektar haben wir schon eigenhĂ€ndig gepflanzt, darunter auch große Baumkreishaine“, erlĂ€utert Volkmann stolz.


Begonnen hat dies vor 12 Jahren mit einer Baumpflanzaktion auf der Maininsel in Frankfurt-Niederrad am ersten Heidentag.Ca. 400 GĂ€ste kamen damals zu der Veranstaltung, die mit Hilfe von Indianergruppen und Performance-KĂŒnstlern durchgefĂŒhrt wurde. Man konnte sich dort unter anderem ĂŒber die Tradition der Naturreligion informieren, Met trinken, ein „Teach an Alais-Feuerhaus“ begehen und am Runensingen teilnehmen. Über Musik, TĂ€nze und Texte aus der Edda, aus islĂ€ndischen und finnischen Nationalmythen sollte ein einfacher Zugang zur nordeuropĂ€ischen Kultur hergestellt werden.

So genannte „Erfahrungsfelder“ werden seit 12 Jahren fĂŒr grĂ¶ĂŸere Veranstaltungen konzipiert. Alle zwei Jahre findet der „HEIDENTAG“, zur Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche, statt, einem Großtreffen der verschiedenen naturreligiösen Gruppen, auch aus dem Ausland, aber auch Einzelpersonen die Anschluss suchen, treffen sich hier. Es werden TheaterstĂŒcke und Maskenspiele vorgefĂŒhrt, mehrere Harfenspieler empfangen die GĂ€ste. Außerdem veranstaltet Volkmann regelmĂ€ĂŸig kleinere Seminare, zum Beispiel ĂŒber Runenkunde, vorchristliche Feste, Vollmond Wanderungen, KrĂ€utersammeln und bestimmen oder Meditationspraktiken.FrĂŒh schon beschĂ€ftigte er sich mit keltischer Geomantie, die sich Ă€hnlich dem „Feng Shui“ mit energetischer Bau- und Landschaftsgestaltung auseinander setzt. In diesem Zusammenhang veranstaltete Volkmann, der auch Mitglied der „ArchĂ€ologischen Gesellschaft“ ist, 10 Jahre lang fĂŒr dem Verein „Hagia Chora“ Reisen zu verschiedenen KultplĂ€tzen in Europa, u.a. in die Bretagne und auf die Insel RĂŒgen.

FĂŒr die Giessener UniversitĂ€t arbeitete Volkmann an einem Forschungsprojekt ĂŒber Trance und Meditation mit. Obwohl Naturreligion in Deutschland bislang nicht als Religion staatlich anerkannt ist, wird Volkmann durchaus in Schulen eingeladen, um dort im Religionsunterricht ĂŒber seinen Glauben zu referieren. Erst kĂŒrzlich besuchte er wieder die 10. Klasse eines Gymnasiums.

Überhaupt ist die Vermittlung des „alten“ Wissens an jĂŒngere Volkmanns Interesse. Junge Menschen sollen bei ihrer Ich-Suche unterstĂŒtzt werden, sie sollen ein kritisches Bewusstsein zu Medien und Konsum entwickeln und sich selbst scheinbar ganz einfache Fragen stellen, z.B.: „Was ist Wald? Eine NutzflĂ€che fĂŒr Holz oder ein integere Lebensgemeinschaft. Was ist Natur? Wie macht man Feuer?“

Die Vision seines Kreises formuliert Volkmann bescheiden: „Einen Raum schaffen, in dem Menschen Erfahrungen machen und sich austauschen können.“ Das klingt allgemeingĂŒltig, muss aber vor dem Hintergrund der historischen Erfahrung und der Gegenwartssituation interpretiert werden. Lange Zeit, im Grunde Jahrhunderte lang, war es naturreligiösen Menschen in Europa kaum möglich gewesen, eigene RĂ€ume zu schaffen, eigene Gemeinschaften zu bilden. Das Christentum hat diesbezĂŒglich eine lange repressive Tradition. Nachdem das römische Reich bereits in der SpĂ€tantike heidnische Kulte verbot, wurde der naturreligiöse Raum im Zuge der Christianisierung Ost- und Nordeuropas ab dem frĂŒhen Mittelalter zunehmend eingeengt.  Es folgten Inquisition und Verordnungen gegen so genannte Hexerei, was bis zu Verbrennungen von Menschen fĂŒhrte. Dennoch ĂŒberlebte die naturreligiöse Überlieferung Europas. Man findet sie in zahlreichen FestbrĂ€uchen, an Ostern wie Weihnachten oder Fastnacht, wieder, in Hauszeichen alter FachwerkgebĂ€ude. Im 19. Jahrhundert dann setzte im Zuge der SĂ€kularisierung auch eine offene Neubesinnung auf das alte religiöse Erbe ein. Zahlreiche Kleingruppen bildeten sich, wie zum Beispiel die „Germanische Glaubens-Gemeinschaft“, bei denen die Betonung seinerzeit vor allem auf dem eigenen Nationalbewusstsein lag. Nach dem zweiten Weltkrieg kam es zu inhaltlichen Neuausrichtungen und NeugrĂŒndungen von naturreligiösen Gruppen, vor allem als Folge der spirituellen Sinnsuche und Umweltschutzbewegung seit den spĂ€ten 1970er Jahren. Die beginnende Emanzipation der Frauen zB.ließ nach weiblichen Gottheiten suchen. Zwar kann man heute vergleichsweise frei die eigene Glaubenspraxis ausleben, doch immer noch droht die repressive Verfolgung, vor allem in Form sozialer Ausgrenzung. Sektenbeauftragten der christlichen Kirchen oder „antifaschistisch“ ausgerichtete Sensationsjournalisten verfassen gelegentlich diffamierende Schriften und MedienbeitrĂ€ge. Volkmann erinnert sich bitter: „Viele unserer Leute haben heute noch unter Repressalien zu leiden.

Vor ein paar Jahren griff mich ein unter Pseudonym agierender Reporter im WDR an, behauptete, wir wĂ€ren Nazis und wĂŒrden mit HĂŒhnerkrallen Linken die Gesichter zerkratzen wollen und Ă€hnliches. Ich klagte gegen den WDR und bestimmte Passagen dieses Beitrags dĂŒrfen auch nie mehr gesendet werden. Der Verursacher aber blieb anonym, wurde gedeckt, wĂ€hrend ich massiven finanziellen Schaden hatte. Ängstliche Patienten blieben weg, Auftraggeber wurden zurĂŒckhaltend. Das war ein ganz ĂŒble Geschichte.“ In einem anderen Fall hatte  ein „fanatischer Mensch“, wie Volkmann ihn nennt, eine „Anti-Sekten-Initiative“ im Nachbardorf gegrĂŒndet. „Mit Mistgabeln solle man Leute wie uns aus dem Dorf vertreiben, wurde verlautbart. Die Leute im Ort aber kennen uns, wissen, dass wir nichts mit konfusen Sekten zu tun haben, gaben uns Zustimmung. Und so lief dieser bislang letzte Versuch, uns zu diffamieren, ins Leere. Wenn man von aufgedrehten Rad-Muttern am Auto absieht.“

Gefahren fĂŒr das von Volkmann versuchte spirituelle Bewusstsein lauern aber auch noch an ganz anderen Stellen: Die moderne Vereinzelung, der Konsumfetischismus, das stumpfe AbhĂ€ngen vor Computer und Fernseher sind ein Feind jeder BeschĂ€ftigung mit Göttlichkeit und SpiritualitĂ€t. Dem Menschen werden die eigenen „Inneren Bilder“ genommen.

WĂ€hrend in Island und DĂ€nemark Asatru als offizielle Religion staatlich anerkannt wurde, ist man in Deutschland noch nicht so weit. Auf Initiative des „Yggdrasil-Kreis e.V.“ sind zur UnterstĂŒtzung dieses Fernziels vor einigen Jahren die „KultURgeister.“ als Zusammenschluß mehrerer kleiner Gemeinschaften zu einem  „Dachverband der traditionellen Naturreligionen in Deutschland e.V.“ gegrĂŒndet worden. Ganz unterschiedliche Menschen verschiedenster Berufe finden hier zusammen:

Über Interesse kann sich Volkmann nicht beklagen. Zu den Erfahrungsfeldern finden sich schon mal 150 bis 200 Leute ein. Es sind inhaltlich sehr versierte Personen oder auch nur Interessierte, Familien mit Kindern. Bei den Jahreskreisfesten waren es frĂŒher 50 bis 70 Besucher, was die Möglichkeiten des kleinen „Yggdrasil-Kreises“ eher ĂŒberfordert. „Wir sind kein kommerzieller Verein und deshalb haben wir die Anzahl der Teilnehmer, inklusive Kreismitglieder auf vierzig beschrĂ€nkt.

Und die Zukunft? Mit Grausen sieht Volkmann die Entwicklung der Waffentechnologie. Hier wĂŒrden schon heute Profite mit den Kulturkonflikten von morgen erzielt. GegenĂŒber dem stĂ€rker werdenden Islam hingegen zeigt sich Volkmann gelassen: „So lange sich die Menschen nicht Ă€ndern, wird sich auch an der Situation nichts grundlegend Ă€ndern. Es gibt fanatische Christen, fanatische Moslems und fanatische Juden, interessanter Weise alles monotheistische Religionen. Aber in allen Religionen gibt es auch, und das macht Hoffnung,  tolerante Menschen.“ Fanatismus und ein elitĂ€res SelbstverstĂ€ndnis, das andere pauschal als minderwertig abstempelt, bringe keine Lösung der Probleme. Und so trinkt er aus einer Tasse Tee und lĂ€chelt weise: „Wichtig ist, dass es ein gleiches Recht fĂŒr Alle geben muss. Der Toleranz-Faktor ist entscheidend. Und das beinhaltet die Meinungs- und Religionsfreiheit fĂŒr uns, so wie auch wir stets anderen ihren Glauben zugestehen.“

 Hinweis

Das Interview wurde gedruckt in der Zeitschrift fĂŒr WeltenbĂŒrger “Zukunft”, Ausgabe Nr. 29, Januar 2009
 

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