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Der Dachverband - Presse/Dokumentation

Presseerklärung August 2003

zu dem von Geza von Nemenyis erkl√§rten Anspruch  auf den Titel ‚ÄěAllsherjargode“

Geza v. Nemenyi hat sich das Wort ‚ÄěAllsherjargode“ als K√ľnstlername eintragen lassen. Ein Anspruch auf den religi√∂sen Titel Allsherjargode besteht damit jedoch nicht. Dies m√∂chte Geza v. Nemenyi anscheinend vort√§uschen.

Das religi√∂se Amt des obersten Goden (in Deutschland wie in Island) kann nach altem Recht nur von einer Versammlung authorisierter Goden der heidnischen Gemeinschaften, fr√ľher der St√§mme, auf einer Thingversammlung verliehen werden. Zu einer solchen Versammlung wurde weder eingeladen, noch fand sie statt.

Ein von v. Nemenyi eingesetzter ‚ÄěGodenrat“, bestehend aus vom ihm ‚Äěgeweihten Goden“ entspricht diesen Anforderungen nicht.

Im gleichen Licht ist von Nemenyis Versuch zu sehen, die heutige Germanische Glaubensgemeinschaft (GGG) als einzige traditionelle Gruppe germanischen Heidentums darzustellen. Die vor dem Krieg  bestehende GGG, hat 1991 de facto nicht mehr existiert. Nemenyi gr√ľndete in diesem Jahr eine Gruppe und sicherte sich mittels eines noch lebenden Mitglieds der GGG deren Namen, um so den Eindruck von Authentizit√§t vorzut√§uschen.

 

Zur Erklärung der KultURgeister:
Naturreligion ist eine lebendige Religion, die sich seit tausenden von Jahren in Entwicklung und Verwandlung befindet. Daher ist das Heidentum, so wie die traditionellen Gruppen des Dachverbandes – KultURgeister es verstehen auch nicht erst neunzig Jahre alt, sondern viel √§lter. Wir sehen uns in einer Linie mit jenen, die uns den heidnischen G√∂tterglauben √ľberlieferten. In dieser naturgem√§ssen Entwicklung gibt es heute wie damals unterschiedliche Str√∂mungen. Einige der von uns vertretenen Gemeinschaften sind bereits als Religionsgemeinschaften anerkannt.

Viele der heute weltweit bestehenden Gemeinschaften haben interne Standards, mit Wissens- und Fertigkeitspr√ľfungen, anhand derer sie festmachen wer den Titel Gode, Druide etc. f√ľhren darf und somit auch Aufgaben und Pflichten hat.

Um eine Thingversammlung im traditionellen Sinne abhalten zu k√∂nnen, m√ľssten zun√§chst einmal gemeinsame Standards festgelegt werden, anhand derer festzustellen w√§re, wer ein Gode bzw. eine Gythia ist. Zum jetzigen Zeitpunkt h√§lt der Dachverband es weder f√ľr m√∂glich noch notwendig einen Allsherjargoden zu benennen.

Ein paar kritische Worte zur Person G.v.Nemenyi
Geza von Nemenyi schimpft heidnische Gemeinschaften, die ihn nicht anerkennen wollen als ‚Äěneugermanische Sekten“, was v√∂llig haltlos ist, w√§hrend er selbst Heiden dazu auffordert mit den Scientologen gemeinsam f√ľr Religionsfreiheit in Deutschland zu demonstrieren und auf einem Podium aufzutreten.

Geza von Nemenyi selbst war viele Jahre im umstrittenen ariosophischen Armanenorden (AO) aktiv und erhielt dort seine ‚ÄěGodenweihe“. Der AO  bezieht sich auf einen nicht authentischen Runen-Futhark, der Anfang des 20ten Jahrhunderts von Guido von List ‚Äěgeschaut“ wurde. Nach Auffassung des Dachverbandes f√ľr traditionelle Naturreligion ist die Ariosophie keine naturreligi√∂se Str√∂mung.

Diesem Gedankengut sehr nahestehende Zitate des G.v.N.:

- ‚ÄěBei den Germanen war es erlaubt, ein neugeborenes Kind auszusetzen, wenn es z. B. verkr√ľppelt war oder wenn die Familie keine M√∂glichkeit hatte, es aufzuziehen. Auch hier waren also menschliche Regeln im Einklang mit dem Instinkt.
In der Natur ist es so geregelt, da√ü das Kranke und Schwache untergeht. Das mag f√ľr den christlich beeinflu√üten Menschen grausam klingen, aber es ist im Interesse der Arterhaltung dringend notwendig. W√ľrde sich das Schwache weiter fortpflanzen, w√ľrde die ganze Art immer schw√§cher und dekadenter. Nur in einem gesunden K√∂rper kann auch ein gesunder Geist sein. Leider wird dieses Naturgesetz heute ad absurdum gef√ľhrt,(..)“
- ‚ÄěSterbehilfe bzw. Euthanasie gelten als barbarisch. Schlimmer ist allerdings, da√ü auch derart Kranken die M√∂glichkeit der Fortpflanzung gegeben wird. Die zuk√ľnftigen Generationen werden sich √ľber die vielen Erbkrankheiten bei uns bedanken. (...) Wenn wir also heutzutage von instinktlosen Neidingen umgeben sind, dann k√∂nnen wir vielfach gar nicht instinktiv handeln. Wir machen uns strafbar, wenn wir z. B. ein krankes Neugeborenes aussetzen (...), weil die christliche Gesellschaft unsere nat√ľrlichen Instinkte bek√§mpft“
- "Statt instinktiv einen bewährten, starken Freier zu wählen, wählt heute manche Frau den kranken, schwachen, und - noch schlimmer - setzt auch noch Kinder von ihm in die Welt."
Veröffentlicht in der GGG-Vereinszeitschrift

Der Dachverband bedauert sehr, dass Personen, die vorgeben spirituelle Arbeit f√ľr naturreligi√∂se Menschen leisten zu wollen, sich mit Titeln schm√ľcken, die Ihnen nicht zustehen und so in der √Ėffentlichkeit f√ľr Verwirrung sorgen.

August 2003
Dachverband KultURgeister e.V.